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Brünner Architekturmanual

 

Gebäude

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C010

VILLA FÜR DIE DIREKTOREN DER BERG- UND HÜTTENGESELLSCHAFT 1923 - 1923

 

Lerchova 306/14, Roubalova 383/13 (Stránice) Brno Střed

Öffentlicher Verkehr: Vaňkovo náměstí (BUS 35,38, 39,68,80)

Žlutý kopec (BUS 35, 38, 39,80)

Všetičkova (TRAM 4)

GPS: 49°11'49.985"N, 16°35'6.996"E

 

Architekten

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Objekttyp

Text

An der Ecke der Straßen Lerchova und Roubalova entstand im Jahre 1923 eine Doppelvilla für den Direktor der Berg- und Hüttengesellschaft, derer Direktion nach dem 1. Weltkrieg von Wien nach Brünn versetzt worden war. Als angebrachten Ort für die Villa ihrer Angestellten wählte die Gesellschaft das Brünner Beamtenviertel (heute Masaryk-Viertel), wo in der Zeit von Österreich-Ungarn vor allem Villen deutschsprachiger Brünneinwohner entstanden waren. Den Bau der klassizistisch wirkenden Villa nach dem Entwurf des Wiener Architekten Karl Lehrmann leitete der Brünner Baumeister Fritz Schmeer und ihre Form beeinflussten sogar auch die Auftraggeber – die Direktoren Kruliš-Randa und Rejholec.
Das Haus gehört zu den traditionellen historisch wirkenden Realisierungen und entstand zu einem Zeitpunkt, zudem in der Brünner Architektur schon die ersten Äußerungen des Funktionalismus zum Vorschein kamen. Die Eckvilla wird von symmetrisch identischen Teilhäusern gebildet und ist auf dem abschüssigen Grundstück der Roubalova Straße situiert. Der Eingang von dieser Seite ist deshalb im ersten Stock untergebracht. Das Haus wirkt dank den dynamischen Formen der Rundecken und der konkaven Verbiegung der Eckseite fast barock, was auch die historisch wirkenden plastischen Fassadendetails oder das massive Kronengesims mit dem Zahnschnitt betonen.
Die Grundrissaufteilung in beiden Gebäudeteilen ist seitenverkehrt fast identisch und wird von einem dominierenden ovalen Salon bestimmt, der infolge der Senkung der Luxussteuer als ein Repräsentationsraum der Berg- und Hüttengesellschaft eingeschrieben wurde. Die klassizistische Inneneinrichtung entwarf der bedeutende Brünner Architekt Bohumír Čermák. Im Haus in der Roubalova Straße finden wir bis heute die erhaltene Holzverkleidung der Eingangshalle und eine mit einer Balustrade geschmückte Treppe, die auf die Galerie und zu den Zimmern im ersten Stock führt.
Im Jahre 1930 verlagerte die Gesellschaft ihren Sitz von Brünn nach Prag und alle Häuser wurden nach und nach verkauft. In den 50er Jahren übernahm das Textilwerk Mosilana einen Teil des Hauses in der Lerchova Straße in seine Verwaltung und richtete dort ein Internat für seine Lehrmädchen ein. Seit 1961 war das Objekt in der Verwaltung des Bezirksnationalausschusses und es wurden hier Wohnungen ausgebaut, die zur Zeit der Stadt Brünn gehören. Der zweite Teil des Hauses in der Roubalova Straße wurde vom gegenwärtigen Eigentümer in den ursprünglichen Zustand rekonstruiert.

Literatur

 

 

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