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Brünner Architekturmanual

 

Gebäude

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Klácelova 145/10 (Stránice) Brno Střed

Öffentlicher Verkehr: Soukopova (TROL 35, 39)

Heinrichova (TRAM 4)

GPS: 49°11'59.96"N, 16°34'51.76"E

 

Architekt

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An der Ecke der Straßen Klácelova und Havlíčkova ist der einfache Kubus des Einfamilienhauses Kudela situiert, das im Jahre 1927 nach dem Entwurf von Jan Víšek entstand. Der Bauherr war Josef Kudela, Mittelschulprofessor und Direktor des Ersten Slawischen Gymnasiums. Er hatte als russischer Legionär an den Kämpfen des 1. Weltkrieges teilgenommen und starb im Konzentrationslager, wohin er für die Teilnahme am Widerstand während der Okkupation durch die Nazis deportiert worden war.
Jan Víšek gehörte zu den Vertretern der streng rationellen Richtung des Brünner Funktionalismus, was sich in einer nüchternen Fassadenästhetik und im kompakten Baukörper dieser dreistöckigen Villa äußert. Der unauffällige Haupteingang ins Haus ist an der nordöstlichen Gartenfront situiert, die nur durch kleine Fenster der Bedienstetenräume des Souterrains und des Erdgeschosses strukturiert wird. Von einem kleinen Hausflur führt eine Treppe in die Hauptwohnetage mit einer Küche, einer geräumigen Halle und einem Esszimmer – zum Südwesten in die Havlíčkova Straße orientiert. Dieser Teil des abfallenden Gartens ist im Charakter einer erhöhten Terrasse gestaltet, von der durch eine Glastür auch die an das Esszimmer und die Küche angrenzende Veranda zugänglich ist. Eine mittig platzierte Treppe unterteilt den Raum des ersten Stockes, wo sich vier Schlafzimmer und ein Bad befinden. Die vom quaderförmigen Dachaufbau zugängliche großflächige Dachterrasse war wahrscheinlich auch als begeh- und nutzbar bestimmt.
Dem Fassadenminimalismus des Hauses Kudela steht das Denken von Adolf Loos nahe, der seine gesamte Aufmerksamkeit auf das Innere eines Hauses verlagert hatte. Als Beispiel kann man die Villa Müller erwähnen – dort wird der Fassade nur minimal Aufmerksamkeit geschenkt und die einzelnen unregelmäßig verteilten Durchbrüche sagen, genau wie bei Haus Kudela, nur etwas über die innere Raumaufteilung aus. Víšeks Purismus geht auch vom funktionalistischen Streben nach extremer Einfachheit und Funktionalität der verwendeten Formen aus.

 

Literatur

 

 

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