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Brünner Architekturmanual

 

Gebäude

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C020

KIRCHE DES HL. AUGUSTINUS 1930 - 1935

 

náměstí Míru 377/7 (Stránice) Brno Střed

Öffentlicher Verkehr: Náměstí Míru (TRAM 4)

Barvičova (TROL 35, 39)

GPS: 49°12'8.975"N, 16°34'51.97"E

 

Architekt

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Nach der Entstehung der Tschechoslowakei erweiterte sich die Bauaktivität im deutschen Beamten- (heute Masaryk-) Viertel in Brünn auch auf die Pisárky-Hänge und auf das heutige Gebiet von Stránice und knüpfte so an die Erbauung des tschechischen Beamtenviertels in Žabovřesky (Sebrowitz) an. Vertreter des altbrünner Klosters entschlossen sich auf diesem so umfangreich neu bebauten Gebiet eine Kirche mit einem Pfarrhaus zu erbauen, die die Bedürfnisse der immer anwachsenden Zahl der Pfarrkinder des Masaryk-Viertels befriedigen würde. Aus der Vielzahl kirchlicher Grundstücke wurde die Parzelle auf dem heutigen Platz Míru (früher Babákovo náměstí) ausgewählt und 1930 wurde anlässlich des 1500. Todestages des bedeutenden kirchlichen Lehrers der Grundstein für die „Jubiläumskirche“ des hl. Augustinus gelegt.
Professor Vladimír Fischer, eine bedeutende pädagogische Persönlichkeit der Tschechischen Technischen Hochschule in Brünn, wurde zur Ausarbeitung eines Entwurfs der Kirche und des Pfarrhauses aufgefordert. Der Entwurf entstand in den Jahren 1929–30; die Baufertigstellung und die Kirchweihe wurden jedoch erst im Jahre 1935 vollzogen. Fischers Entwurf zeigt formelle Mittel des Funktionalismus auf, was in den glatten Wänden der schlichten geometrischen Körper, die das Volumen der Kirche bilden, zum Ausdruck kommt. Die Grundrisslösung und die Komposition einzelner architektonischer Elemente entsprechen aber der traditionellen Auffassung eines katholischen Kirchenbaus, der von den altchristlichen Modellen ausgeht. In diesem Fall handelt es um eine dreischiffige Basilika mit einem höherragenden Hauptschiff mit Fenstern, die den Raum belichten. Das zum Nordosten orientierte Hauptschiff ist mit einer Apsis abgeschlossen und ihre flache Kassettendecke weist auf die Basiliken der italienischen Renaissance hin – genauso der Bogen, der die Apsis abtrennt, und die perspektivisch zusammenlaufenden Linien des Granitpflasters. Ein klassizistisch wirkendes Element stellt auch der Säulengang der Hauptfront dar; italienischen Vorbildern steht der frei angeschlossene schlanke Glockenturm nahe.
Die jüngere Generation der Brünner Architekten sah diese historischen Konnotationen und sie lehnte es ab, den Bau ein progressiv funktionalistisches Werk zu nennen. Seine Einzigartigkeit äußert sich eher in der durchdachten städtebäulichen Lösung: der elegante Baukörper der Kirche ist in unerwarteten Durchblicken von den anliegenden Straßen aus sichtbar, sowie von fernliegenden Aussichtspunkten mit Blick auf die Hänge des Kraví hora (Kuhberg).

 

Literatur

 

 

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