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Brünner Architekturmanual

 

Gebäude

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Kaplanova 279/11 (Stránice) Brno Střed

Öffentlicher Verkehr: Barvičova (TROL 35,39)

Preslova (TROL 38)

Náměstí Míru (TRAM 4)

GPS: 49°12'5.936"N, 16°34'24.127"E

 

Architekt

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Text

Der Lederhändler Josef Patočka liess sich im Jahre 1936 vom Architekten Jiří Kroha eine repräsentative Villa erbauen. Im Kontext von Krohas Schaffen der 30er Jahre handelt es sich um ein einmaliges Projekt, denn das Interesse des Architekten heftete sich sonst eher an die Lösung der sozialen Wohnproblematik, die er auch unter dem Gesichtspunkt der breiten gesellschaftlichen und politischen Zusammenhänge untersuchte. Die Villa steht im oberen Teil der Einfamilienhauskolonie Pod Vodojemem (Unter dem Wasserturm), deren städtebauliche Aufteilung der Architekt Jindřich Kumpošt schuf.
Die Hauptwohnräume der Villa sind zum Süden in den abhängigen Garten mit Schwimmbecken orientiert. Sie werden vom kompakten in einander übergehenden Raum des Wohnzimmers, des Esszimmers und des Gesellschaftsraumes gebildet. Der Raum wird durch verschiedene Boden- und Deckenhöhen aufgeteilt und verbindet so die Gedanken von Le Corbusier zur überhöhten Halle, als auch Loos’ kaskadenförmigen Raumplan. Seitliche Lichtzufuhr in den Raum bietet der Wintergarten in der südöstlichen Fassade. Der erste Stock wurde für Schlafzimmer, Ankleide und Gästezimmer bestimmt und das ganze Stockwerk umläuft eine Terrasse mit einer ausdrucksstarken Marquise.
Im Interieur wurde eine ganze Reihe von technisch und materiell außergewöhnlichen Elementen erhalten, wie z. B. die Holzverkleidung der Deckenträger im Erdgeschoss, die eine Balkendecke imitiert, oder Opaxitleuchtkörper, die als Bestandteil der Stahlsäulen der Halle entworfen wurden. Der Raum des Wohnbereiches und des Esszimmers ist durch einen niedrigen verchromten Heizkörper mit einer Glasüberdeckung aufgeteilt. Alle diese sinnreichen Details und der Einfallsreichtum bei der Lösung der Raumaufteilung sowie der Fassaden sind ein Exempel für Krohas expressive Auffassung vom Funktionalismus, die Ausdruck auch an seinem eigenen Einfamilienhaus in der unweiten Sedlákova Straße fand.

 

Literatur

 

 

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