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Brünner Architekturmanual

 

Gebäude

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C058

HAUS FÜR ZWEI JUNGGESELLEN 1930 - 1931

 

Neumannova 554/10 (Staré Brno) Brno Střed

Öffentlicher Verkehr: Pavlíkova (TROL 38)

Vaňkovo náměstí (BUS 68, TROL 35,38, 39)

Výstaviště, vstup G2 (TRAM 1)

GPS: 49°11'37.624"N, 16°34'55.845"

 

Architekten

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Das Einfamilienhaus in der Neumann Straße ist neben dem nicht weit gelegenen Doppelhaus in der Lipová Straße der einzige tschechoslowakische Bau, den Philipp Johnson und Henry-Russell Hitchcock in ihrem Katalog zur Ausstellung The International Style. Architecture since 1922 im New Yorker MoMA erwähnen. Das Haus errichtete der Architekt für sich selbst und seinen Bruder Mořic und schnitt es dem Lebensstil, den Vorlieben und dem Gesellschaftsdasein „zweier Junggesellen“ entsprechend zu. Beide Brüder pflegten Sport, Musik und Kunstsammeln und Ottos Interesse galt der Botanik und Zoologie. In der Zwischenkriegszeit begegneten sich in ihrem Haus viele Brünner, sowie deutsche Intellektuelle und Künstler.
Der Bau entstand auf dem Südhang eines älteren Obstgartens, der größtenteils erhalten blieb. Das zweigeschossige Haus mit Längsgrundriss wird mit den Hauptwohnräumen zur sonnigen Südseite orientiert. Im unteren Geschoss gibt es ein geräumiges Wohnzimmer, das durch eine Glaswand mit dem Garten verbunden ist. Im oberen Geschoss gibt es zwei durch ein gemeinsames Zimmer getrennte Schlafzimmer mit Zugang zur Terrasse, die die ganze Süd- und Ostfassade entlang läuft. Das Haus umfasste auch ein Gästezimmer mit Voliere auf dem Flachdach. Der geöffnete Teil der Dachterrasse mit einer Dusche wurde für vielseitige sportliche Betätigungen genutzt.
Bei der Planung vermied Eisler zwecklosen Prunk und Repräsentanz, achtete auf rationelle und ökonomische Konzeption und die Verwendung von standardisierten Fertigbauteilen wie z. B. Fenstern. Man muss jedoch hinzufügen, dass ein Bedienstetenzimmer auch in diesem Fall eine Selbstverständlichkeit war. Der Nachdruck auf die Verwendung von seriell hergestellten Bauelementen stand der Bestrebung von Walter Gropius und weiteren Architekten nahe, architektonische Prozesse zu rationalisieren. Eisler ging jedoch mit diesen Elementen äußerst ästhetisch um. Genauso wie Ernst Wiesner oder Adolf Loos bemühte er sich um die Gestaltung eines komfortablen Lebensraumes und achtete auf die Qualität der ausgewählten Materialen und deren Detailverarbeitung. Neben Sammlerkostbarkeiten hatten im Haus Wandgemälde von Karel Němec, der auch die Sgraffitomalerei des Gartenhäuschens schuf, ihren Platz.

 

 

Literatur

 

 

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