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Brünner Architekturmanual

 

Gebäude

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Skořepka 247/13 (Trnitá) Brno Střed

Öffentlicher Verkehr: Vlhká (TRAM 8, 9,10)

Hlavní nádraží (TRAM 1, 2, 4, 8,9, 10, 12)

Hlavní nádraží (BUS 31, 33,67)

Vlhká (BUS 31, 33,77)

Hlavní nádraží (TRAM 8,9,12 BUS 67)

GPS: 49°11'33.894"N, 16°37'3.552"E

 

Architekt

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In der Ersten Tschechoslowakischen Republik bestand in Brünn ein Gemisch von mehreren nationalen Kulturen. Neben den tschechischen und deutschen Bewohnern bildete eine differenzierte jüdische Gemeinde einen wichtigen Bestandteil, die sich dank aufgeklärter Investoren und fähiger Architekten in großem Maße an der architektonischen Entwicklung der Stadt beteiligte. Die Tätigkeit der jüdischen Vereine war zu dieser Zeit sehr umfangreich: beginnend bei Berufsvereinigungen, Sport- und Studentenklubs und Frauenvereinen, bei denen die religiöse Frage keine so große Rolle spielte, bis hin zu den politisch ausgerichteten Zionisten und orthodoxen Vereinen, deren Tätigkeit vor allem auf die Aufrechterhaltung der religiösen Tradition und die Schaffung eines Raums für die spezifischen Bedürfnisse des jüdischen Geisteslebens abzielte. In etwa im Jahre 1929 taten sich mehrere orthodoxe Vereinigungen im Bund Agudas Achim (Bund der Brüder) zusammen und organisierten eine öffentliche Sammlung für den Bau einer weiteren Brünner Synagoge, die für die traditionelle Liturgie vorgesehen war. 1935 wurde die neue Gebetsstätte in der Straße Skořepka nach einem Entwurf des Architekten Otto Eisler beendet.
Diese Synagoge ist heute die einzige funktionierende auf dem Gebiet von Mähren und Schlesien und sie stellt ein einzigartiges Beispiel der modernen jüdischen Sakralarchitektur dar, die immer eher traditionalistische historisierende Tendenzen aufwies. Der Bau ist ein extremes Beispiel für Eislers architektonischen Purismus, der es hier schaffte, mit einem Minimum an Ausdrucksmitteln die erforderliche Wirkung zu erzielen. Die größte Rolle spielt dabei zweifelsohne das große quadratische Rasterfenster der Straßenfassade, das durch seine Ausmaße und kompromisslose zentrale Lage die geistige Dimension des Baus evoziert. Dahinter befindet sich der einheitliche lichtdurchflutete Gebetsraum mit einer Galerie für die Frauen, links das Eingangsvestibül, der Gang und die sanitären Anlagen. Die innere Anordnung des Gebetsraums respektiert den traditionellen zentralen Grundriss mit dem Lesepult in der Mitte und dem Thoraschrein in der Ostwand. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Synagoge als Lagerraum verwendet. Am 6. September 1945 wurde ihre sakrale Funktion wiederhergestellt und sie wurde erneut eingeweiht.

 

 

Literatur

 

 

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