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Brünner Architekturmanual

 

Gebäude

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C122

BÜROGEBÄUDE UND MIETSHAUS DER VERSICHERUNGSANSTALT RIUNIONE ADRIATICA DI SICURTA 1937 - 1938

 

Nádražní 595/4 (Město Brno) Brno Střed

Öffentlicher Verkehr: Hlavní nádraží (TRAM 1, 2, 4, 8, 10, 12)

Hlavní nádraží (BUS 76, TROL 31, 33)

GPS: 49°11'29.497"N, 16°36'43.13"E

 

Architekt

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Die italienische Versicherungsanstalt Riunione Adriatica di Sicurtà war 1838 in Triest, das damals zu Österreich-Ungarn gehörte, gegründet worden und nach und nach entstanden Zweigstellen auf dem ganzen Gebiet der Monarchie. Die Tätigkeit der Versicherungsanstalt in Prag ist mit dem Palast Adria von Pavel Janák aus dem Jahre 1925 verbunden, der den Höhepunkt des Böglein-Stils darstellt, dessen üppiger Dekor auf die Suche nach einer tschechischen architektonischen Formenlehre hinweist. Der spätere Sitz in Liberec (Reichenberg) von Max Kühn aus dem Jahre 1932 repräsentiert wiederum eher die klassizistische Auffassung, die an den deutschen Historismus anknüpft. In Brünn finden wir die erste Zweigstelle dieser Versicherungsanstalt 1906, erst in den 1930ern ließ die Gesellschaft einen entsprechend repräsentativen Sitz in der Nádražní ulice im Zentrum der Stadt errichten. Der Architekt ist Karel Kotas, der zehn Jahre früher für die Versicherungsanstalt auch den Sitz in Ostrava (Ostrau) entwerfen sollte. Im Unterschied zu dieser expressiven Variation mit der plastischen figuralen Dekoration und mit dem Eckturm weist das Brünner Gebäude bereits sparsame Formen des Funktionalismus auf.
Der weitläufige Bau mit sieben Stockwerken befindet sich an der Stelle der ehemaligen Schanzen in der Nähe des Hauptbahnhofes. Außer den Amtsräumen der Versicherungsanstalt, die sich offenbar im Erdgeschoß und im ersten Stock befanden, gab es im Objekt auch Wohnungen und im Parterre auch kommerziell genützte Räumlichkeiten. Die einfache Fassade mit dem zentralen, sich über vier Stockwerke erstreckenden Erker und mit dem nach hinten tretenden letzten Stockwerk ist durch das Raster der vierteiligen Fenster gegliedert. Die symmetrische Auffassung der Fassade, die Monumentalität, der markante Sockel und die Steinverkleidungen belegen, wie nahe der modernistische architektonische Ausdruck zum Vermächtnis des Klassizismus hatte. Im Entwurf von Kotas finden sich in der großzügig aufgefassten Eingangshalle mit Steinverkleidung auch thematische stilisierte figurale Szenen. In der Zwischenzeit wurden die Schaufenster im Erdgeschoß durch Durchreichfenster von Schnellimbissen ersetzt, in den oberen Stockwerken befinden sich Büros und Wohnungen.

 

Literatur

 

 

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