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Brünner Architekturmanual

 

Gebäude

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C135

WOHNHAUS FÜR ANGESTELLTE DER BERG- UND HÜTTENGESELLSCHAFT 1923

 

Úvoz 422/47 (Veveří) Brno Střed

Öffentlicher Verkehr: Úvoz (TROL 25, 26, BUS 81)

Úvoz (TRAM 4)

Úvoz (TROL 38, 39)

GPS: 49°11'59.411"N, 16°35'34.277"E

 

Architekt

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Mit der Entstehung der Tschechoslowakei nach dem Ersten Weltkrieg beschloss die Leitung der Montan- und Hüttengesellschaft, ihren Sitz von Wien nach Brünn zu verlegen, um nicht die Kontrolle über die Kohlenbergwerke in Nordmähren und in der Slowakei zu verlieren. Für die Beamten in der neu entstandenen Brünner Generaldirektion wurde 1923 ein Wohnhaus in der Straße Úvoz errichtet.
Das fünfgeschoßige Gebäude mit einem erhöhten Souterrain des Architekten Karl Lehrmann weist den Einfluss des späten Historismus und des Wiener Monumentalismus auf. Hier werden Elemente aus Lehrmanns Lehrzeit an der Wiener Akademie im Atelier von Friedrich Ohmann sowie der Moderne Wagners, deren geometrisierenden Tendenzen den überwiegenden Teil der damaligen Wiener architektonischen Produktion beherrschten, zusammengeführt. Die Straßenfassade ist durch große Fenster mit breiten dunkelgrünen keramischen Chambranen gegliedert und wird mit einem gebogenen Schild mit einer Reliefplastik eines Jungen auf einem widerspenstigen Pferd abgeschlossen. Der zentrale Eingang mit dem Firmenzeichen der Montan- und Hüttengesellschaft hat eine breite keramische Leibung mit plastischen Szenen der Tierkreiszeichen. Ein weiteres dekoratives Element sind die kleinen komisch aufgefassten figurativen Medaillons und die plastische keramische Wellenlinie unter den Fenstern des erhöhten Erdgeschoßes. Die rückwärtige Fassade des Hauses ist im Gegensatz zur vorderen fast glatt und weist keinen nennenswerten Dekor auf.
Hinter dem Haupteingang von der Straße befindet sich ein kurzer Gang, dessen Wände mit oranger keramischer Verkleidung bedeckt sind. Im Vestibül führt direkt gegenüber dem Eingang eine halbkreisförmige Treppe in die höheren Stockwerke, die den Grundriss des Baus in der Form eines H in zwei Teile teilt. In jedem dieser Flügel befinden sich jeweils zwei Wohnungen im Stock, wobei die Bedienstetenräume in den Innenhof geht und die bewohnten Zimmer zur Straße und zum Innenblock hin gehen.
Das Haus wurde 2008–2009 renoviert, dabei wurde der Fassade ihre ursprüngliche Buntheit zurückgegeben. Nun befinden sich hier Wohnungen, die im Eigentum einer Wohngenossenschaft stehen.

 

 

Literatur

 

 

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