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Brünner Architekturmanual

 

Gebäude

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C139

ANATOMISCHES INSTITUT DER MASARYK-UNIVERSITÄT (FAKULTÄT FÜR ELEKTROTECHNIK DER TECHNISCHEN) 1920

 

Údolní 244/53, Úvoz 244/33 (Stránice) Brno Střed

Öffentlicher Verkehr: Úvoz (TRAM 4)

Úvoz (TROL 38, 39)

Úvoz (TROL 25, 26, 38, 39,BUS 81)

GPS: 49°11'53.197"N, 16°35'35.934"E

 

Architekt

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Objekttyp

Text

Nach der Entstehung der Masaryk-Universität im Jahre 1919 war es nötig, geeignete Räumlichkeiten für die Unterbringung der einzelnen Fakultäten zu finden. Für die Adaptierung und Fertigstellung war die Politische Landesverwaltung verantwortlich, deren Baubüro von Miloš Laml geleitet wurde. Der erste Neubau für die Anforderungen der Universität war das anatomische Institut auf dem Areal der Landwehrkaserne an der Ecke der Straßen Úvoz und Údolní in der Nähe des Beamten-Villen-Viertels. Dieses eingeschossige Gebäude bildet einen Verbindungsflügel zwischen zwei zweistöckigen Kasernenbauten und sein mehrteiliger Grundriss wird von einem achtseitigen Vorlesungssaal im Hof dominiert. Hier befindet sich links neben dem Saal auch eine Eingangshalle, von der aus man in die Garderobe und die Seziersäle an der Straßenseite gelangte. Das Aussehen der Fassade entspricht den damaligen Bemühungen, die klassizistischen Formen maximal zu vereinfachen. Die Fassade an der Straßenseite ist durch Mauerblenden und Schlusssteine über den Fenstern rhythmisiert und ihre Symmetrie wird durch eine längliche Attika in der Mitte verstärkt. Die Fassade an der Hofseite wird vom fünfseitigen massiven Bau des Vorlesungssaales mit dreiteiligen Fenstern und einer niedrigen Attika dominiert. Ein antikisiertes Element stellt hier auch das Portal des Eingangsbereiches in Form einer Renaissance-Serliana dar. Der als Amphietheater angelegte Hörsaal war mit sechs halbkreisförmigen Bänken für die Studenten und einer erhöhten Galerie ausgestattet, ein achteckiges Oberlicht an der Decke gewährleistete eine ausreichende Beleuchtung.
In akademischen Kreisen wurde der Bau des geräumigen Vorlesungssaals, der lange Zeit der einzige repräsentative Raum der Masaryk-Universität blieb, sehr begrüßt. Kritisiert wurde lediglich die Lage des Auditoriums in zu großer Entfernung vom Stadtzentrum. Heute befinden sich in den Gebäuden der ehemaligen Kaserne Räume der Technischen Hochschule (VUT), deren Leitung im Jahr 2006 einen architektonischen Wettbewerb zur Adaptierung des Areals gemäß den Anforderungen der Fakultäten für Architektur und für bildende Kunst ausschrieb. Der erste Preis wurde jedoch nicht vergeben; von den vier ausgewählten Entwürfen, die zur Umsetzung empfohlen wurden, gewann der Entwurf des Büros „FAM-Architekten“, der einen Abriss des Gebäudes des Anatomischen Instituts vorsah.

Literatur

 

 

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