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Brünner Architekturmanual

 

Gebäude

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Tomešova 568/6 (Staré Brno) Brno Střed

Öffentlicher Verkehr: Tvrdého (BUS 35, 38, 39)

Tvrdého (BUS 25, 26,35,38)

Úvoz (TRAM 4)

GPS: 49°11'44.117"N, 16°35'31.621"E

 

Architekt

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Karel Tomeš war eine Persönlichkeit, die in der Geschichte Brünns in der Zwischenkriegszeit eine wesentliche Rolle spielte. Der Brünner Bürgermeister der Jahre 1925-35 war in eine Reihe wichtiger Entscheidungen und fortschrittlicher Tendenzen involviert, die in großem Maße mit der architektonischen und urbanistischen Entwicklung der Stadt zusammenhiengen. In seiner Zeit widmete das städtische Magistrat und Bauamt der Regulierung von Bautätigkeiten und dem Raumordnungsplan, der in Zusammenhang mit der gesamten Region und mit rationalem Ausblick in die Zukunft konzipiert worden war, große Aufmerksamkeit. In die leitenden Positionen wichtiger Ämter gelangten junge Architekten der Avantgarde, die freie Hand bei der Durchsetzung der modernistischen Ideen des internationalen Stils hatten, sodass die Entwicklung der Stadt Brünn entsprechend aktueller europäischer Tendenzen verlief.
In der Straße, die heute seinen Namen trägt, ließ Karel Tomeš nach einem Entwurf des Architekten Oskar Poříska eine dreistöckige Villa errichten. Im Souterrain, das von der Straße aus zugänglich war, befanden sich die Nebenräume, die Haustechnik und die Hausmeisterwohnung, an die die Garage und die Wohnung des Fahrers im Erdgeschoss anschlossen. Hier befand sich auch die zentrale Halle, über die man in die Wohnräume gelangte; im ersten Stock lagen die Schlafzimmer, die sich mit einem länglichen Balkon zum Garten hin öffneten. Bewohnbar war auch das Dach, dessen größter Teil aus einer Terrasse mit Aussicht auf die Stadt bestand. Das einzige Element, das die streng rechteckige Konzeption des Hauses durchbricht, sind die ungewöhnlichen rautenförmigen Fenster an der seitlichen nördlichen Fassade.
Karel Tomeš schloss sich 1939 dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus an. Ein Jahr später wurde er jedoch von der Gestapo gefasst und starb am Ende des Krieges im Konzentrationslager Dachau. Die Tomeš-Villa wurde im Jahre 1953 konfisziert und ihre Verwaltung von der Wohnungsgesellschaft der Stadt Brünn übernommen. In dieser Zeit wurden die Innenräume in kleinere Wohneinheiten aufgeteilt. In den 90er Jahren kam es zur Restitution und zum Rückverkauf an die rechtmäßigen Erben, die sich um eine Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes des Gebäudes bemühen.
 

Literatur

 

 

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