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Brünner Architekturmanual

 

Gebäude

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C171

INNENRÄUME DES BAUER-SCHLÖSSCHENS 1924 - 1925

 

Výstaviště 405/1 (Pisárky) Brno Střed

Öffentlicher Verkehr: Bauerova ( BUS 44, 84)

GPS: 49°11'11.826"N, 16°34'40.517"E

 

Architekt

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Das so genannte Bauer-Schlösschen, das älteste Objekt des Brünner Messegeländes, wurde Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut und stellte einen Bestandteil des Geländes der Altbrünner Zuckerfabrik des Großunternehmers Mořic (Moritz) Bauer dar. Ab 1911 wurden die Familienbetriebe, zu denen auch die Zucker-Raffinerie in Hrušovany bei Brünn gehörte, von seinem Enkel Viktor Ritter von Bauer verwaltet. In dieser Zeit wurde der familiäre Grundbesitz im Brünner Stadteil Pisárky (Schreibwald) zum Zwecke der Errichtung eines Ausstellungskomplexes zwangsweise losgekauft.
Das zweistöckige Schlösschen mit länglichem Grundriss befindet sich im südwestlichen Teil des Geländes und seine klassizistische Fassade ist dem ursprünglichen von der Hlinky-Straße kommenden Zufahrtsweg mit einer Allee zugewandt. Der viel gereiste Rechtsanwalt und begeisterte Anthropologe Viktor Bauer bewegte sich in den Kreisen der Wiener Moderne, wo er auch den Architekten Adolf Loos kennenlernte. Um das Jahr 1925 herum wandte er sich an diesen mit dem Auftrag, das Esszimmer im Erdgeschoss seiner Brünner Residenz auszustatten, was das erste Werk dieses Architekten in seiner Heimatstadt sein sollte. Davon erhalten geblieben sind heute die dunkelgrüne Marmorverkleidung der Wände mit versenkten Spiegeln und das figurale Stuck-Fries unterhalb der Decke. Loos' Gestaltung von Innenräumen war in dieser Zeit von einem gewissen Purismus und von Schlichtheit geprägt, jedoch stellen der Einfluss von Klassizismus und Grabmotiven des Empire sowie eine breite Skala luxuriöser Materialien einen festen Bestandteil der Innenräume dar.
Nach dem Verkauf der Schreibwald-Grundstücke Anfang der 20er Jahre behielten die Bauers das Gebäude des Schlösschens und auch anliegende Grundstücke der ehemaligen Zuckerfabrik; das Leben in der Nähe des Ausstellungsgeländes und des belebten Vergnügungsparks war jedoch höchst problematisch. Nach dem Krieg wurde das Schloss zusammen mit den Grundstücken Bestandteil des gesamten Komplexes des Messegeländes und ermöglichte eine weitere Expansion und die Entstehung neuer Pavillons in Zusammenhang mit dem Aufschwung der Maschinenbau-Messe ab der Mitte der 50er Jahre.

 

 

 

Literatur

 

 

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