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Brünner Architekturmanual

 

Gebäude

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Drnovická 1001/4 (Žabovřesky) Brno Žabovřesky

Öffentlicher Verkehr: Bráfova (TRAM 1)

GPS: 49°12'21.994"N, 16°34'17.481"E

 

Architekt

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Als größtes Bauexperiment der Kolonie „Neues Haus“ kann das Einfamilienhaus des Architekten Hugo Foltýn angesehen werden, das eine Reihe von Häusern von Jan Víšek und Miroslav Putna in der Straße Drnovická abschließt. Im Alter von nur 20 Jahren entwarf Foltýn ein Gebäude, das von seinen Kenntnissen der Architektur Le Corbusiers zeugt, insbesondere des Hauses vom Typ Citrohan in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung aus dem Jahre 1927.
Das Haus mit quadratischem Grundriss bildete formal eine Einheit mit dem benachbarten Haus von Miroslav Putna, der Grundriss und die Konzeption des Innenraums waren jedoch völlig unterschiedlich. Foltýns Gebäude hatte ursprünglich ein teilweise freies Erdgeschoss, gestützt von Säulen, die Bestandteil des tragenden Stahlbeton-Skeletts waren, was einen freien Grundriss der einzelnen Stockwerke und eine entsprechende Verglasung der Fassade ermöglichte. Einen vertikalen Verbindungsweg bildete eine Wendeltreppe, die auf eine Dachterrasse mündete. Das zentrale Element des Hauses war eine Wohnhalle die sich über zwei Stockwerke erstreckte und an der Straßenseite mit einem Bandfenster versehen war. Den zweiten Stock bildete eine Galerie mit einem anschließenden Schlafzimmer, das sich zur Halle hin öffnete. Dieses Geschoss wurde durch ein gerastertes Fenster mit Balkon an der seitlichen Fassade beleuchtet, was einen basilikaartigen Lichteffekt in der Halle bewirkte. Ein weiteres Schlafzimmer und das Badezimmer befanden sich in einem Zwischengeschoss, in das man von der Galerie über eine eigene Treppe gelangte und dessen erhöhte Räume durch ein Bandfenster an der Gartenseite beleuchtet wurden.
Durch diese Überlappung unterschiedlicher Niveaus entstand ein vertikal fließender Raum, der von Le Corbusiers erhöhten Hallen sowie Adolf Loos' Raumplan inspiriert war. Einzigartig war auch die Offenheit der einzelnen Räume und die damit zusammenhängenden Lichteffekte im Raum. Foltýns Ziel war es, eine perfekte „Maschine zum Wohnen“ zu schaffen, die sich von konventionellen Vorstellungen abheben und durch ihren Innenraum ständig begeistern sollte. Heute finden wir jedoch anstelle von Foltýns Gebäude ein übliches Reihenhaus vor – als Ergebnis eines kompletten Umbaus des Objektes nach den konventionellen Bedürfnissen der späteren Bewohner.

 

 

Literatur

 

 

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