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Brünner Architekturmanual

 

Gebäude

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Zeleného 825/51 (Žabovřesky) Brno Žabovřesky

Öffentlicher Verkehr: Burianovo náměstí (TRAM 3, 11)

Bráfova (TRAM 1)

Náměstí Míru (TRAM 4)

GPS: 49°12'29.835"N, 16°34'38.992"E

 

Architekt

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Das Kinderheim Dagmar wurde auf Veranlassung des Schriftstellers, Journalisten, Lyrikers und Dramatikers Rudolf Těsnohlídek gegründet. Im Dezember 1919 hatte er bei einem Spaziergang mit Freunden in den Wäldern des nahe gelegenen Dorfes Bílovice unter einer Fichte ein ausgesetztes Kind gefunden. Dieses Ereignis wühlte ihn tief auf und veranlasste ihn, sich für die Pflege verlassener Kinder einzusetzen. Am 14. 12. 1924 wurde auf seine Anregung hin auf dem Brünner Náměstí Svobody (Freiheitsplatz) der erste Weihnachtsbaum mit einer Kasse für freiwillige Spenden zur Hilfe von Kindern aufgestellt. Im Jahre 1928 gelang es dank dieser weihnachtlichen Sammlungen ausreichende finanzielle Mittel zur Gründung eines Kinderheims aufzubringen, das nach der dänischen Königin Dagmar benannt wurde, der Tochter von Ottokar I. Přemysl, die für ihre Fürsorge für arme Leute bekannt war.
Für den Bau des Hauses wurde ein Grundstück im Brünner Stadtteil Žabovřesky (Sebrowitz) in der Nähe des Wilson-Waldes ausgewählt; die Ausarbeitung des Entwurfs übernahm ohne Anspruch auf Honorar der Architekt Bohuslav Fuchs. Das zweistöckige Gebäude wird von einem einfachen Quader gebildet. Sein Grundriss ist durch einen zentralen Flur in drei Trakte aufgeteilt. An der Straßenseite befanden sich die Nebenräume mit schmalen Bandfenstern, an der Gartenseite die großen Fenster der Schlafsäle und die Eckbalkone der Gemeinschaftsräume.
Fuchs' einfache Konzeption der Raumaufteilung diente lange unverändert seinem Zweck. In den 80er Jahren kam es jedoch zu einer Änderung des Konzepts hinsichtlich der Funktionsweise des Kinderheims. So wurde das traditionelle System der großen Schlafsäle durch ein „familiäres“ ersetzt; die maximale Kapazität des Heims beträgt nun 25 Kinder, die in drei Gruppen („Familien“) aufgeteilt werden, innerhalb derer ihnen eigene Zimmer mit gemeinsamer Küche, Bad und Toilette zur Verfügung stehen. Diese Änderung des Konzepts machte bauliche Eingriffe im Innenraum notwendig. Die letzte große Renovierung fand im Jahre 2006 statt, wobei großer Wert auf den Erhalt des ursprünglichen äußeren Aussehens gelegt wurde. Heute ist das Kinderheim eine gemeinnützige Organisation der Stadt Brünn, die die erzieherische Fürsorge von Minderjährigen sicherstellt, die auf Grundlage eines gerichtlichen Beschlusses aus Gründen der Erziehung oder des Schutzes hierher gebracht werden.

 

Literatur

 

 

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