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Brünner Architekturmanual

 

Gebäude

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C216

EIGENES EINFAMILIENHAUS VON BOHUSLAV FUCHS 1927 - 1928

 

Hvězdárenská 860/2 (Žabovřesky) Brno Žabovřesky

Öffentlicher Verkehr: Tábor (TRAM 3, 11)

Náměstí Míru (TRAM 4)

GPS: 49°12'24.638"N, 16°35'1.861"E

 

Architekt

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In der zweiten Hälfte der 20er Jahre, als Bohuslav Fuchs bereits ein anerkannter Architekt war, entschied er sich für den Bau eines eigenen Einfamilienhauses in der Nähe des Tschechischen Beamtenviertels in Žabovřesky (Sebrowitz).
Das zweistöckige Haus an der Ecke der Straßen Hvězdarenská und Tůmova bildet mit dem benachbarten Objekt eine urbanistische Einheit. Das zentrale Element des Grundrisses bilden zwei einander gegenüber liegende Treppen, die den Kubus des Gebäudes in zwei Teile mit unterschiedlichen Niveaus teilen. An den Haupteingang in der Hvězdárenská-Straße schließt eine Treppe an, über die man in das Büro des Architekten im ersten Stock gelangte. Eine Wendeltreppe im hinteren Teil des Gebäudes verbindet den Wohnraum im Erdgeschoss, die Bibliothek an der Galerie im ersten Stock und den privaten zweiten Stock mit der Dachterrasse. Fuchs legte großen Wert auf eine moderne technische Ausstattung des Hauses, wozu beispielsweise die Frankfurter Küche gehörte, die von der österreichischen Architektin Margarete Schütte-Lihotzky entworfen worden war. Dieser mit der neuesten Einrichtung ausgestattete Raum, den Fuchs durch einen beidseitig zu öffnenden Geschirrschrank ergänzte, ermöglichte es, die Gerichte von der Küche aus direkt in der Essecke zu servieren. Auch die meisten anderen Möbel des Hauses wurden nach eigenen Entwürfen des Architekten hergestellt und eingebaut. Von den Innenräumen ist die Wohnhalle mit der Galerie am eindrucksvollsten; sie erstreckt sich über zwei Stockwerke und ist durch verglaste Balkontüren sowie Glasbetonwände beleuchtet. Die Konzeption der Halle war von Le Corbusiers Entwurf des offenen Wohnraums mit idealer Ausrichtung und Beleuchtung durch Glaswände inspiriert, wie er es im Entwurf des Haustyps Citrohan spezifiziert hatte.
Im Jahre 1929 endete Fuchs' Tätigkeit als Hauptarchitekt der Stadt Brünn und er gründete ein eigenes Architekturbüro. Der Raum, den er für diesen Zweck in seinem Einfamilienhaus entworfen hatte, genügte ihm hinsichtlich seiner Kapazität nicht mehr, weshalb er die Villa mit dem benachbarten Haus verband, wo er sich ein großes Planungsbüro einrichtete. Vor kurzem fand eine Renovierung des Fuchsschen Hauses statt; seine subtile Eleganz wurde dabei durch einen Austausch der Fenster und eine Isolierung der Fassade beeinträchtigt.

 

Literatur

 

 

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