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Brünner Architekturmanual

 

Gebäude

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Lidická 702/23 (Veveří) Brno Střed

Öffentlicher Verkehr: Antonínská (TRAM 1, 2, 4, 6, 8, 9, 10, 12)

Smetanova (TROL 32, 34, 36)

GPS: 49°12'7.566"N, 16°36'25.014"E

 

Architekt

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Der Brünner Baumeister Antonín Müller entschied sich Ende der 20er Jahre an der Stelle der ehemaligen Arbeiterkolonie „Šmálka“ ein modernes Hotel zu errichten. Seine fortschrittliche Ausstattung war durch Bauten in der Schweiz und Frankreich inspiriert, die der Sohn des Baumeisters Vladimír auf seinen Reisen besucht hatte. Das nach einem architektonischen Entwurf von Bohuslav Fuchs ausgeführte Hotel wurde im Dezember 1928 fertig gebaut. Antonín Müller und sein Sohn kamen jedoch im Jahre 1930 bei einem Flugzeugunglück ums Leben, woraufhin das Hotel von Müllers Tochter Věra Odstrčilová und ihrem Mann übernommen wurde.
Das fünfstöckige Objekt mit dem Grundriss eines unregelmäßigen Vierecks erhebt sich über einer Passage, die die Mášova-Straße mit der Lidická-Straße verbindet. Rund um einen überdachten Hof, durch den die Passage führt, sind mehrere miteinander verbundene Flügel des Hotels angelegt. Die Straßenfassade besteht aus einem Parterre mit Geschäften und großen Auslagen, dem verglasten Band des Zwischengeschosses und einem Raster von Fenstern mit Balkonen im Hotelbereich. Der oberste zurückversetzte Stock war dem Personal sowie einer modern ausgestatteten Waschküche und einem Trockenraum vorbehalten. Das Hotel wurde nach den modernsten Grundsätzen hinsichtlich Konstruktion, Betrieb und Hygiene erbaut. Die 145 Ein- und Zweibettzimmer mit gemeinsamen sanitären Anlagen auf dem Flur waren mit Einbaumöbeln und Waschbecken ausgestattet, einige Appartements verfügten über ein eigenes Badezimmer. Ein interessantes technisches Novum waren die ferngesteuerten Türen, die per Knopfdruck am Nachttisch geöffnet werden konnten.
Im verglasten Zwischengeschoss lag ein großes der Lidická-Straße zugewandtes Musikcafé, in den überdachten Hof führten die Fenster des benachbarten Restaurants, zu dem eine geräumige Garderobe und zwei Aquarien mit Zier- und Speisefischen gehörten. Im Südflügel waren Billard-Säle untergebracht, der Nordflügel war kleineren Klubräumen mit einem eigenen Restaurant und einem großen Spiegelsaal vorbehalten, in dem Festlichkeiten und Banketts veranstaltet wurden.
Im Erdgeschoss des Hotels befanden sich ein weiteres Restaurant, ein Buffet und eine Weinstube, und in den anderen Räumlichkeiten der Passage lagen Geschäfte, die mit ihrem Sortiment die Dienstleistungen des Hotels ergänzten. Im Souterrain waren ein Tanzsaal, die Haustechnik und Nebenräume untergebracht wie z.B. eine Großküche, Wein- und Bierkeller, Kühlräume für Lebensmittel, ein Ventilationssystem, das unaufhörlich für Frischluft in allen Räumen sorgte, und ein eigenes kleines Kraftwerk. Von der Mášova-Straße gelangte man in eine Tiefgarage für dreißig Autos und zu einer eigenen kleinen Tankstelle, im erhöhten Erdgeschoss hatte ein Autoclub seinen Sitz, und im ersten Stock befanden sich Wohnungen der Chauffeure. Das Hotel dient bis heute seinem Zweck, in den Innenräumen sowie in der Passage kam es jedoch zu einer Reihe von Umbauten.

Literatur

 

 

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