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Brünner Architekturmanual

 

Gebäude

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Kotlářská 664,665/24,26, Bayerova 581,584,587,665/11-17 (Veveří) Brno Střed

Öffentlicher Verkehr: Pionýrská (TRAM 1, 2, 4, 6, 8, 10)

Pionýrská (TROL 25, 26, 38, 39)

Zahradníkova (TROL 32)

GPS: 49°12'24.843"N, 16°36'5.263"E

 

Architekten

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Objekttyp

 

MIETSHAUS

 

Text

Die Bautätigkeit der Firma Dvořák und Kuba betraf in den 30er Jahren hauptsächlich Mietshäuser. Nördlich vom Stadtzentrum, in der Umgebung der Kotlářská-Straße entstanden Dutzende neuer Gebäude, die diesem Stadtteil einen unvergleichlichen großstädtischen Charakter verliehen. Beim Bau achtete die Firma in erster Linie auf den wirtschaftlichen Ertrag eines solchen Unternehmens. Da die Häuser erst nach ihrer Fertigstellung verkauft wurden, mussten sie auch strenge Anforderungen an Ästhetik, Material und technische Ausstattung erfüllen sowie rationale Regeln bezüglich Grundriss und Raum befolgen. Dies alles gewährleistete ein architektonischer Entwurf von hoher Qualität – eine Investition, die sich für die Firma mehrfach auszahlte. Im Betrieb Dvořák und Kuba nahm Alois' Bruder Vilém Kuba die Funktion des leitenden Architekten ein.
In diesem Gebiet, direkt am Stadtrand des damaligen Brünn, befanden sich ursprünglich hauptsächlich Fabrikkomplexe. Diese wurden von Bauunternehmern aufgekauft, und an ihrer Stelle wurden neue Häuserblocks errichtet. Die Baumeister erwarteten eine zukünftige Entwicklung dieses Stadtteils und seine Anbindung an das nahe gelegene Královo Pole (Königsfeld). Beim Entwurf der Mietshäuser hielt die Firma Dvořák und Kuba eine Reihe wirtschaftlicher Regeln ein. Ein Haus hatte eine schmale Fassade (aufgrund der Nutzung eines kleinstmöglichen Grundstückes) und enthielt Wohnungen von unterschiedlicher Größe. Besonders groß war die Nachfrage nach Kleinwohnungen, wirtschaftlich günstiger war aber der Bau von Wohnungen mit mehreren Zimmern, bei denen das Verhältnis zwischen den geringeren Kosten – beim Bau der Zimmer, und den höheren – beim Bau der Küche und der sanitären Anlagen –, ausgeglichen war. Die Baufirma errichtete ein Haus in äußerst kurzer Zeit (den Rohbau in einigen Fällen in nur drei Monaten) auf eigene Kosten, vermietete die einzelnen Wohnungen und suchte erst dann nach Käufern. Interessenten stand ein sogenanntes „Angebotsblatt“ zur Verfügung, auf dem die Baukosten und der errechnete jährliche Gewinn aus der Miete angeführt waren. Bestandteil war auch eine Liste der Mieter und ihrer Berufe als Garantie für eine rechtzeitige Zahlung der Miete.
Beim Angebot der Häuser an potentielle Investoren spielten die ästhetischen Qualitäten der Gebäude eine große Rolle. Geachtet wurde auf eine repräsentative Ausstattung der Eingangsbereiche mit Spiegeln und einer Opaxitverkleidung sowie auf eine qualitätsvolle Ausführung der Details bei Zargen, Fenstern und Türen. Opaxit oder Schamottfliesen zeigten sich oft auch an der Fassade, was für eine einfachere zukünftige Pflege eine Rolle spielte. Typische Elemente, anhand derer man Bauten der Firma Dvořák und Kuba bis heute verlässlich erkennen kann, sind markant hervorstehende Kranzgesimse mit Kassetten, mehrseitige oder rechtwinklige durchgehende Erker, eine Opaxit-, Schamott- oder Ziegelverkleidung der Fassaden und Bandfenster.

PH

Literatur

 

 

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