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Brünner Architekturmanual

 

Gebäude

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Kotlářská 668-676/34-50 (Veveří) Brno Střed

Öffentlicher Verkehr: Pionýrská (TRAM 1, 2, 4, 6, 8, 9, 10, 12)

Pionýrská (TROL 25, 26, 38, 39)

Zahradníkova (TROL 32)

GPS: 49°12'26.113"N, 16°36'10.157"E

 

Architekten

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Objekttyp

 

MIETSHAUS

 

Fotogalerie

Text

Anfang der 30er Jahre trennten sich die Wege der Bauunternehmer Alois Kuba und Václav Dvořák und beide gründeten eigene Baugesellschaften. Die Tätigkeit der Firma von Václav Dvořák hörte nicht einmal am Beginn des zweiten Weltkrieges auf. Dem Bauunternehmer gelang es, mehrere lukrative Grundstücke von jüdischen Eigentümern zu kaufen, die in der Zeit der nationalsozialistischen Besatzung ihren Besitz veräußerten. Ein solcher Fall war auch die Süßwarenfabrik, die ursprünglich den sieben Geschwistern Austerlitz gehörte. An ihrer Stelle wurden in den Jahren 1938-40 im unteren Teil der heutigen Kotlářská-Straße nach einem Entwurf von Jaroslav Brázda neun fünfstöckige Mietshäuser gebaut.
Die schmalen Fassaden der einzelnen Gebäude sind wirtschaftlich bedingt: je mehr Objekte auf dem Grundstück gebaut wurden, desto größer war der Gewinn der Firma. Der Architekt Brázda dehnte deshalb den Grundriss der Häuser in die Tiefe aus und vereinheitlichte ihre hell verkleidete Fassade durch horizontale Bandfenster sowie durch eine einheitliche schwarze Opaxitverkleidung im Parterre. Besondere Aufmerksamkeit wurde auch den Eingangsbereichen der einzelnen Häuser geschenkt, die mit hellem Opaxit verkleidet und mit runden Spiegeln ausgestattet waren. Das anschließende halbrunde Treppenhaus wird von einem Oberlicht im Dach beleuchtet, wobei das Licht durch die Treppenpodeste aus Glasbeton in die unteren Stockwerke dringt.
Die Ausführung dieser Gebäude soll den Parteichef der KPdSU Nikita Sergejewitsch Chruschtschow beeindruckt haben, der bei seinem Besuch Brünns eine Besichtigung der Häuser und die Vorlage von Fotografien und der Baudokumentation verlangte. Václav Dvořák erwarb noch vor dem Krieg auch das anliegende Grundstück an der Ecke der Straßen Kotlářská und Lidická, wo er den Bau eines siebzehnstöckigen Hochhauses mit multifunktionaler Nutzung plante. Die deutsche Vertretung der Stadt ermöglichte jedoch in der Besatzungszeit einem tschechischen Bauunternehmer nicht so ein ehrgeiziges Vorhaben.

PH

 

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