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Brünner Architekturmanual

 

Gebäude

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Veveří 158/70 (Veveří) Brno Střed

Öffentlicher Verkehr: Rybkova (TRAM 3, 11)

Nerudova (TRAM 3,9,11,12, Bus 81)

Konečného náměstí (TROL 25, 26,38,39)

GPS: 49°12'29.571"N, 16°35'32.209"E

 

Architekt

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Im Jahre 1919, kurz nach der Entstehung der Tschechoslowakei wurden in Brünn die Masaryk-Universität, die Landwirtschaftliche Hochschule und die Hochschule für Tiermedizin gegründet. Mit der Entstehung dieser neuen Institutionen, die gleichzeitig einen wichtigen Schritt beim Aufbau der nationalen Identität bedeuteten, wurde auch die Idee der Schaffung eines Akademischen Viertels geboren. Der geplante triumphale Akademické náměstí (Akademieplatz) und die groß angelegte Konzeption des Viertels an den Hängen des Kraví hora (Kuhbergs) in der Nähe der Veveří-Straße sollten eine Demonstration der demokratischen Ideale der jungen Republik darstellen. Damit gingen Anforderungen an eine gebührende Repräsentativität im Geiste des Klassizismus einher; diese erfüllte der Entwurf des Prager Architekten Alois Dryák, der bei einem architektonischen Wettbewerb des Jahres 1925 ausgewählt wurde.
Die nachfolgenden Streitigkeiten über die endgültige Gestalt des Platzes und die beginnende Wirtschaftskrise erlaubten es nur ein Gebäude zu realisieren – die juristische Fakultät. Sie befindet sich zwischen den Straßen Veveří und Hrnčířská, und ihr mächtiges fünfstöckiges Gebäude mit quadratischem Grundriss ist ein bloßer Torso des geplanten Areals in einem bis heute urbanistisch nicht abgeschlossenen Gebiet. Die stilistische Konzeption der Fassade verbindet klassizistische und monumentale Tendenzen mit Purismus und ist typisch für die Spätphase des architektonischen Schaffens Alois Dryáks, der zu einer Generation gehörte, die noch in den Intentionen des Historismus und des Jugendstils geschult worden war. Die Betonung der pompösen Gestaltung ist an der symmetrischen Konzeption der vertikal gegliederten, mit Travertin und Ziegeln verkleideten Fassade und auch in den repräsentativen Räumen im Erdgeschoss zu sehen. Diese bestehen aus einer Eingangshalle mit verglaster Decke und einer festlichen Aula, die mit Bleiglasfenstern von František Kyselý und einem monumentalen Bild von Antonín Procházka geschmückt ist; auf diesem ist Prometheus zu sehen, der der Menschheit das Feuer bringt.
Während des zweiten Weltkriegs, als die Hochschulen geschlossen waren, hatte in diesem Gebäude die Gestapo für Mähren ihren Sitz, und hier tagten auch Standgerichte. Im Jahre 1950 kam es zu einer Auflösung der Juristischen Fakultät, und das Gebäude wurde von der Antonín-Zápotocký-Militärakademie genutzt. Erst im Jahre 1990 kehrte die Juristische Fakulät der Masaryk-Universität aus den provisorischen Räumen am Zelný trh (Krautmarkt) hierher zurück, wo sie bis heute ihren Sitz hat.

PH

 

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