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Brünner Architekturmanual

 

Gebäude

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C284

STÄDTISCHE SPARKASSE IN KRÁLOVO POLE (KÖNIGSFELD) 1923 - 1925

 

Palackého třída 1365/59,61, Husitská 1364/1,2,4 (Královo Pole) Brno Královo Pole

Öffentlicher Verkehr: Husitská (BUS 53, 84, TROL 30)

Husitská (TRAM 1, 2, 4, 6, 8, 9, 12)

GPS: 49°13'25.404"N, 16°35'40.135"E

 

Architekt

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Im Jahre 1923 entschied sich die Stadtverwaltung, die Parzellen an zwei Ecken der Kreuzung Husitská- Palackého in Královo Pole (Königsfeld) zu bebauen. Den Entwurf dieser multifunktionalen Gebäude arbeitete der damalige Hauptarchitekt der Stadt Jindřich Kumpošt aus. Die Stadt nutzte die Möglichkeit einer staatlichen Förderung im Rahmen des Gesetzes über Bautätigkeiten, die den Bau von Wohnräumen in zwei Dritteln eines Gebäudes erforderte. Beide Häuser enthielten jeweils sechzehn Wohneinheiten und ein kommerziell nutzbares Erdgeschoss zur Vermietung. Eines der Objekte (Nr. 59) bezog die Städtische Sparkasse in Královo Pole, deren Position sich nach der Entstehung der Tschechoslowakei deutlich verbessert hatte, was die Einrichtung eines neuen repräsentativen Sitzes erforderlich machte.
Gleich wie bei einigen seiner späteren Projekte nutzte hier der Architekt eine symmetrische Anordnung zweier spiegelverkehrter identischer Bauten, wodurch er einen monumentalen Eingang zum Königsfelder Hauptplatz, dem Slovanské náměstí (Slawischen Platz) schuf. Die Häuser sind zur Palackého-Straße hin abgestuft und durch Kolonnaden im Erdgeschoss aufgelockert; die Fassaden an der Hussitská-Straße werden jeweils durch einen Risalit mit einem dreieckigen Giebel abgeschlossen, der mit halbrunden Pilastern zwischen den Fenstern geschmückt ist.
Die Benutzung einer Stahlbetonkonstruktion ermöglichte eine Öffnung der im Erdgeschoss gelegenen Räume der großzügigen Bankhalle, die mit Kiriteiner Marmor (křtinský mramor) verkleidet waren. Ihr Haupteingang in der Palackého-Straße ist mit einem Keramikrelief des Bildhauers Vojmír Vokola geschmückt. Eine weitere Dekoration bildeten ursprünglich Hunde-Skulpturen von Václav Mach, die die Treppe zu den Tresoren und dem Direktorenbüro bewachten, sowie eine überlebensgroße Statue von Tomáš Garrigue Masaryk im Sitzungssaal.
Die Räume für die Sparkasse gestaltete Jindřich Kumpošt auf der Grundlage einer Studie zu den Anforderungen an damalige ähnliche Einrichtungen in der Tschechoslowakei. Die damalige Presse hob die Zweckmäßigkeit, Schlichtheit und Würde dieser neuen Gestaltung rühmend hervor, die mit der übertriebenen Dekorativität und dem ostentativen Luxus der k.u.k. Amtsgebäude kontrastierte. Auf diese Weise bildete sich also ein neuer Stil heraus, der moderne Bauverfahren mit einem gewissen Maß an Repräsentativität verband, was zur Grundlage für den Bau zahlreicher Finanzinstitute der ersten Republik besonders in kleineren Städten wurde.

PH

Literatur

 

 

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