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Brünner Architekturmanual

 

Gebäude

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C293

KOLONIE MIT KLEINWOHNUNGEN 1931 - 1932

 

Skácelova 2057-2695/23-69, Purkyňova 2807,2695/48,50 (Královo Pole) Brno Královo Pole

Öffentlicher Verkehr: Skácelova (TRAM 3, 4, 11, 12)

Skácelova (TROL 30, 32 BUS 44, 53, 67)

GPS: 49°13'17.068"N, 16°35'8.174"E

 

Architekt

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Text

Die ausgedehnte Parzelle zwischen den Straßen Skácelova, Purkyňova und Vodova wurde von der Stadt Brünn für den Bau von staatlich geförderten Häusern mit Kleinwohnungen genutzt. Dies wurde durch eine Novelle des Baugesetzes aus dem Jahre 1930 ermöglicht, die sich mit der Problematik erschwinglichen Wohnraums für die untersten sozialen Schichten der Bevölkerung beschäftigte. Der durchdachte urbanistische Komplex wurde in den Jahren 1931–33 nach einem Entwurf von Josef Polášek errichtet, der hier das Konzept einer Reihenverbauung anwandte, die es ermöglichte, dass die Häuser nach Osten und Westen gerichtet und alle Wohnungen ausreichend mit Sonnenlicht beleuchtet waren.
Die fünf hintereinander angereihten Häuser sind durch einen eingeschossigen Quertrakt miteinander verbunden, der den gesamten urbanistischen Komplex von der stark frequentierten Skácelova-Straße trennt und sensibel auf die niedrigere Bebauung in der Umgebung reagiert. Zwischen den einzelnen Häusern entstanden Grünflächen zum Ausruhen, Kinderspielplätze und Schwimmbecken. Die fünfgeschossigen Häuser mit Flachdächern sind als einfache Quader konzipiert, aus deren Fassaden lediglich Balkone hervortreten. In jedem Stock befanden sich acht Wohnungen von ähnlicher Größe, die jeweils aus einem Vorraum, einer Küche, einem Zimmer und einem Bad mit Wanne und Toilette bestanden. Durch die Platzierung des Badezimmers gleich neben der Küchennische (sodass beide Räume eine gemeinsame Wasserzuleitung hatten) erreichte der Architekt eine Senkung der Gesamtkosten beim Bau der Häuser. Aus dem gleichen Grund benutzte er nur eine begrenzte Anzahl von Typen seriengefertigter Fenster. Das flache Dach diente als Terrasse, und hier befanden sich auch gemeinschaftliche Waschküchen und Räume mit Bügelmaschinen. Ein wenig anders ist der eingeschossige Flügel mit Wohnungen und Geschäften in der Skácelova-Straße konzipiert, der den Eindruck von Reihenhäusern erweckt, und in dem sich auch Durchgänge in das Innere des Komplexes befinden.
Heute ist der Eindruck eines einheitlichen Komplexes des Areals durch die Mehrfarbigkeit der ursprünglich weißen Fassaden und die bereits in kommunistischer Zeit zugebauten Walmdächer beeinträchtigt. Und auch die von Polášek entworfenen Grünflächen zwischen den Häusern werden zunehmend von neuen Parkplätzen verdrängt.

LV, PH

 

 

Literatur

 

 

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