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Brünner Architekturmanual

 

Gebäude

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C321

FORSTWIRTSCHAFTLICHE FAKULTÄT DER LANDWIRTSCHAFTLICHEN HOCHSCHULE 1922

 

Zemědělská 810/3 (Černá Pole) Brno Sever

Öffentlicher Verkehr: Zemědělská (TRAM 9, 11)

GPS: 49°12'38.764"N, 16°37'4.396"E

 

Architekt

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Im Jahre 1919 kam es in der neu entstandenen Tschechoslowakei zur Gründung einer weiteren Landwirtschaftlichen Hochschule – diesmal mit Sitz in Brünn –, die in erster Linie Studenten aus Mähren und der Slowakei aufnehmen sollte. Für deren Bedürfnisse wurde ein Teil des gerade fertiggestellten Blindenheims im Stadtteil Černá Pole (Schwarze Felder) zur Verfügung gestellt. Diese Räumlichkeiten reichten jedoch bald nicht mehr aus, weshalb sich der Landesausschuss entschloss, in der Nähe ein neues Gebäude zu errichten, das für Forschungsinstitute und die Forstwirtschaftliche Fakultät bestimmt war.
Mit der Ausarbeitung der Pläne wurde der oberste Baumeister František Utíkal betraut; im endgültigen Entwurf zeigte sich klar und deutlich die rückschrittliche Herangehensweise der Beamten des Landes-Planungsbüros, die sich noch nicht von den historistischen Standards der österreichisch-ungarischen Monarchie befreit hatten. Das Gebäude besteht aus zwei fünfgeschossigen Flügeln mit dem Haupteingang an der Ecke, deren mit Pilastern und ionischen Säulen geschmückte Fassaden die formalen Elemente des benachbarten älteren Gebäudes des Blindenheims kopieren. Zudem besteht der Grundriss aus engen Fluren und hintereinander angereihten Räumen ohne klare funktionale Differenzierung und Berücksichtigung der konkreten Anforderungen der Hochschule.
Der Bau der Forstwirtschaftlichen Fakultät stand bald im Mittelpunkt einer Kontroverse, da er eine Reihe negativer Reaktionen sowohl in der Fachwelt als auch in der aus Laien bestehenden Öffentlichkeit auslöste. Dem Mährischen Landesausschuss wurde vorgeworfen, dass er an geistlosen baulichen Verfahren und einer mechanischen Übernahme formaler Ausdrucksmittel ohne klare Beziehung zur Funktion des Gebäudes festhalte. In zeitgenössischen Zeitungsartikeln wurden Stimmen laut, die nach qualitativ hochstehenden Werken junger Architekten riefen, die ein kärgliches Dasein führen müssten, da ihre Arbeit von schlecht ausgebildeten Beamten ausgeführt würde. Zugleich forderte man die Ausschreibung architektonischer Wettbewerbe und eine öffentliche Diskussion über die Gestalt gesamtgesellschaftlich wichtiger Institutionen.

PH

Literatur

 

 

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