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Brünner Architekturmanual

 

Gebäude

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C336

GRUPPE VON MIETSHÄUSERN MIT KLEINWOHNUNGEN 1930 - 1931

 

Vranovská | Zubatého | Trávníčkova | Jana Svobody 510,508|464,463|465,483|506,507/22,26|4,6|3,5|15,17 (Zábrdovice) Brno Sever

Öffentlicher Verkehr: Trávníčkova (TRAM 4)

Jugoslávská (TRAM 5)

Jugoslávská (TRAM 3, 11)

GPS: 49°12'18.007"N, 16°37'36.537"E

 

Architekt

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Objekttyp

 

MIETSHAUS

 

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Text

Aufgrund der Auswirkungen der Wirtschaftskrise wurde im Jahre 1930 in der Tschechoslowakei eine Gesetzesnovelle zur staatlichen Förderung des Baus von Häusern mit billigen Wohnungen erlassen. Diese wurde auch von der Stadt Brünn genutzt, die den Bau mehrerer Komplexe mit Kleinwohnungen initiierte. Mit der Ausarbeitung eines Entwurfs zur Bebauung der Parzellen zwischen den Straßen Vranovská, Jana Svobody, Trávníčkova und Zubatého, wo über 200 neue Wohnungen entstehen sollten, wurde Josef Polášek betraut. Sein ursprünglicher Entwurf einer Reihenverbauung in Form von acht nach Osten und Westen gerichteten Häusern, der die urbanistische Entwicklung der 30er Jahre vorwegnahm, wurde jedoch abgelehnt. Das realisierte Projekt basiert auf einem traditioneller konzipierten halboffenen Block mit freien Ecken.
Der ganze urbanistische Komplex besteht aus vier fünfstöckigen Häusern mit länglichem Grundriss, die rund um einen gemeinsamen Spielplatz angelegt waren. Die Fassaden der einzelnen Hauseinheiten werden von der zentralen Linie länglicher Loggien dominiert, die über die gemeinsamen Flure zugänglich sind. An der Hofseite sind die Fassaden von einem Raster typisierter Fenster gegliedert, durch deren Serienproduktion die Baukosten gesenkt werden konnten. Polášek benutzte auch zum ersten Mal bei diesem Haustyp ein flaches Dach, das als gemeinsame Terrasse für alle Mieter diente. In jedem Haus befanden sich 60 Wohneinheiten in einer Größe von etwa 30 m², die meist aus einem kleinen Vorzimmer, einer Küche und einem Zimmer bestanden. Alle Wohnungen einschließlich Garçonnieren waren mit einer eigenen Sanitäranlage ausgestattet und verfügten auch über ein eigenes Kellerabteil. Im obersten nach hinten versetzten Stock befanden sich gemeinsame Wasch-, Trocken- und Bügelräume. Die Miete bewegte sich in diesen Sozialbauten Anfang der 30er Jahre zwischen 150 und 160 Kronen pro Monat.
Heute bilden die Häuser schon allein aufgrund der neuen farbigen Fassaden einzelner Objekte keine architektonische Einheit mehr. Zu anderen schwerwiegenden Veränderungen ist es jedoch nicht gekommen. Verschwunden ist lediglich Polášeks Idee der kollektiven Nutzung bestimmter Flächen und Räume. Die Terrassen dienen schon lange nicht mehr gemeinschaftlichen Sonnenbädern der Bewohner, auch die Waschküchen werden kaum genutzt, und von der gemeinsamen Grünfläche werden immer größere Teile von Parkplätzen eingenommen.

LV

 

Literatur

 

 

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