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Brünner Architekturmanual

 

Gebäude

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C344

STÄDTISCHES BAD IN ZÁBRDOVICE (OBROWITZ) 1929 - 1931

 

Zábrdovická 158/13 (Zábrdovice) Brno Židenice

Öffentlicher Verkehr: Kuldova (TRAM 2, 3)

Kuldova (BUS 64)

GPS: 49°12'5.903"N, 16°38'1.197"E

 

Architekt

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In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts war lediglich ein Drittel aller Brünner Wohnungen mit eigenen grundlegenden sanitären Anlagen ausgestattet. Die Brünner nahmen ihre Körperreinigung deshalb in öffentlichen Bädern vor, die jedoch besonders in den Vierteln am Stadtrand fehlten. Das Magistrat beschloss deshalb in der ganzen Stadt ein Netz von hauptsächlich mit Duschen ausgestatteten Badegebäuden auszubauen und auf diese Weise den hygienischen Standard einer breiten Bevölkerungsschicht zu erhöhen. Im Jahre 1929 wurde ein Wettbewerb für ein neues Bad in Brno-Zábrdovice (Brünn-Obrowitz) ausgeschrieben, bei dem der Entwurf von Bohuslav Fuchs gewann, der bei seiner Ausarbeitung direkt mit den Städtischen Wasserwerken zusammengearbeitet hatte. Die Gesamtkosten des Baus, der im Juni 1932 beendet wurde, betrugen 7 500 000 Kronen.

Das gesamte Areal ist rund um zwei offenen Höfe mit einer Fläche von 23 000 m² angelegt und in ein Sommer- und ein Winterbad aufgeteilt, die einen einheitlichen architektonisch-urbanistischen Komplex mit einem gemeinsamen Eingang an der Zábrdovická-Straße bilden. Das Winterbad wird von einem weitläufigen horizontal konzipierten zweistöckigen Gebäude gebildet, dessen Fassade mit sichtbarem Stahlbetonskelett und rohem Füllmauerwerk von der Ästhetik von Industriebauten inspiriert ist. Im Souterrain des Winterbades befand sich die technische Anlage mit einem automatischen Schaltsystem von Wasser-, Dampf- und Warmluftleitungen. Im Erdgeschoss waren Dampf- und Warmluftbäder mit Garderoben und einem Ruheraum untergebracht. Weiter befanden sich hier zwei Becken mit warmem und kaltem Wasser, vier Massagetische, zwölf Duschen und eine Anlage für Wasserbehandlungen. In einem Zwischenstock war die Inhalationsabteilung mit einem Warteraum untergebracht. Der erste Stock enthielt eine eindrucksvolle Eingangshalle mit einer mehrläufigen Treppe und zwei Wintergärten, und hier befanden sich auch Räume für Herren- und Damenfrisöre sowie ein Restaurant. Die größte Fläche des ersten Stockes nahm jedoch der Bereich mit den Wannen ein, die in einem länglichen Saal in abgetrennten Kojen an beiden Seiten untergebracht waren. Das zweite Geschoss enthielt Duschen für die tägliche Reinigung und eine Halle, die auf eine Sonnenterrasse zum Ausruhen führte. All diese Einrichtungen standen ganzjährig zur Verfügung und waren mit Heilschlamm und Wasser aus der Thermalquelle des Kurortes Luhačovice versorgt.

Das Sommerbad schließt an den Eingangsbereich an der Straße mit einem zweigeschossigen Flügel mit Garderoben für 5000 Besucher an, der einen Teil des Areals umgrenzt. Durch einen Querflügel, der Durchgänge mit Reinigungsbecken enthält, wird der Raum des Bades in einen nördlichen Teil mit Schwimmbecken und Tribünen und einen südlichen Teil mit einem Sportplatz, einem Sandplatz und Rasenflächen geteilt. Auf dem Dach des Querflügels und der Garderoben befanden sich Sonnenterrassen mit Latten-Holzböden. Auf die Reinheit des Wassers in den Schwimmbecken achteten Fachleute, für die im Gebäude des Bades auch ein eigenes Labor eingerichtet wurde. Ende der 90er Jahre wurde eine Renovierung des Freibades durchgeführt, damit dieses während der Sommermonate weiterhin benutzt werden kann. Das Gebäude des Winterbades, das bis in die 80er Jahre hinein bei den Brünner Bewohnern als Ort zum Entspannen sehr beliebt war, ist jedoch zur Zeit geschlossen und sein vernachlässigter technischer Zustand verschlechtert sich zunehmend.

LV

 

Literatur

 

 

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