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Brünner Architekturmanual

 

Gebäude

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Masná 229/34 (Trnitá) Brno Jih

Öffentlicher Verkehr: Hladíkova (BUS 44, 47, 49, 64, 77,)

Kovářská (TRAM 12)

GPS: 49°11'12.603"N, 16°37'32.39"E

 

Architekt

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An der Wende des 19. und 20. Jahrhunderts begannen in Europa Schlachthöfe mit hoher Kapazität zu entstehen und in ihrer Nähe Fleischbörsen, wo private Metzger frisches rohes Fleisch kaufen konnten. Den Entwurf für das Brünner Geschäfts- und Verwaltungsgebäude der Fleischbörse in der Masná-Straße arbeitete Bohuslav Fuchs im Jahre 1924 aus. Der Bau wurde zwei Jahre später beendet, wobei die Gesamtkosten fast drei Millionen Kronen betrugen. Das frei stehende Objekt in der Nachbarschaft des ehemaligen Schlachthofes (in der benachbarten Porážka-Straße) steht durch die Benutzung rohen Mauerwerks und seine Gliederung in elementare dreidimensionale Formen in der Tradition des Schaffens des holländischen Architekten Willem Marinus Dudok und des Amerikaners Frank Lloyd Wright.
Den Kern des kreuzförmigen Grundrisses stellt das Vestibül dar, in dem eine monumentale Treppe dominiert und das Objekt in die einzelnen Betriebsbereiche teilt. Im Hauptschiff befindet sich eine basilikaartig beleuchtete zweistöckige Geschäftshalle mit den anliegenden Büros der Komissionäre, die im ersten Stock über eine Galerie zugänglich waren. Das Querschiff enthielt im Erdgeschoss ein Restaurant und die so genannte „Fleischkasse“, im ersten Stock einen Sitzungssaal und die Direktion. Die Nebenräume, wie z.B. Garderoben und die Küche, waren im Souterrain untergebracht. Die tragende Konstruktion des Gebäudes wird aus einer Kombination gemauerter Wände und einem Stahlbetonskelett gebildet, dessen Konstruktion in den puristischen Innenräumen sichtbar ist. In der symmetrisch konzipierten Hauptfassade dominieren der Eingangsrisalit (dessen Flachdach später durch ein Bogendach ersetzt wurde), die markante Attika des Querschiffes und weiße Fenstergiebel. Die Fassaden legen durch einen Wechsel von weißem Verputz (des Vestibüls, der Geschäftshalle und des abgerundeten seitlichen Treppenhauses) und rohem Mauerwerk (des Querschiffes und der Büroräume) die Heterogenität der Innenräume frei.
Unter dem kommunistischen Regime hatte in der Fleischbörse die Direktion des Fleischkombinats ihren Sitz. Das Gebäude litt unter einer Vielzahl unsachgemäß ausgeführter Renovierungsarbeiten; so wurde beispielsweise die Galerie über der Haupthalle der Börse völlig zerstört. Heute ist die ehemalige Fleischbörse Sitz mehrerer Firmen und einer privaten Mittelschule.

LV, PH

 

Literatur

 

 

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