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Brünner Architekturmanual

 

Gebäude

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Nádražní 203/16 (Staré Brno) Brno Střed

Öffentlicher Verkehr: Nové Sady (TRAM 1, 2, 4, 8, 9, 10, 12)

GPS: 49°11'22.811"N, 16°36'25.652"E

 

Architekt

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An der Wende des 19. und 20. Jahrhunderts erhöhten sich dank neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Ansprüche an die Hygiene und man begann auf die unangemessenen Lebensbedingungen der arbeitenden Bevölkerungsschichten in den Städten hinzuweisen. Dass nun größeres Gewicht auf Hygiene gelegt wurde, zeigte in umfangreichen Sanierungen historischer Gebäude und neuen großzügigen urbanistischen Konzepten. Eine neue Gestalt erhielt auch die Vodní-Straße (vormals dt. Wassergasse) im südlichen Teil Brünns; durch diese Straße floss bereits seit dem Mittelalter der Svratka-Kanal, an dem im 15. Jahrhundert in unmittelbarer Nähe der so genannten Lampelmühle eine Pumpe für die städtische Wasserleitung eingerichtet worden war. Nach der Verlegung eines neuen Wasserleitungssystems am Beginn des 20. Jahrhunderts wurde entschieden, die Pumpe in ein Volksbad mit 32 heißen und 6 kalten Duschen umzuwandeln.
In den Jahren 1927–28 wurde dieses ältere Gebäude nach einem Entwurf von Bohuslav Fuchs in ein Bad mit Wannen umgebaut. Der Architekt entwarf ein einfaches Gebäude in Form eines Quaders, der durch eine von Le Corbusier inspirierte Umrahmung des freien Geschosses mit Dachterrasse gekrönt ist. Der Grundriss wurde von den drei hintereinander liegenden Räumen des Vestibüls, des Warteraums und des Badebereiches gebildet. An der Fassade zeigte sich diese funktionale Aufteilung in der Form der Fenster, die im ersten Gebäudeteil gerastert sind, während es sich im Badebereich um Bandfenster handelt.
Eine breite Treppe an der Nádražní-Straße führte die Besucher ins Vestibül, in dessen Mitte sich die Kasse und an dessen Seiten sich ein Buffet und ein Frisörladen befanden. Nach der Bezahlung eines relativ niedrigen Eintrittspreises gelangten die Besucher erst in den geräumigen Warteraum und anschließend in den Badebereich, wo sich zwanzig Einzelkojen mit Wannen und Zubehör befanden, die durch eine teilweise verglaste Wand vom Mittelgang getrennt waren. Die Gäste konnten auch das flache Dach benutzen, das als Sonnenterrasse diente. Das Gebäude dient bis heute als Bad, das sich auf Wasserbehandlungen spezialisiert hat; die neuen Anforderungen an die Ausstattung machten jedoch Umbauten in den Innenräumen notwendig.

LV

Literatur

 

 

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