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Brünner Architekturmanual

 

Gebäude

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C364

GRUNDSCHULE UND KINDERGARTEN 1927 - 1939

 

Křídlovická 513,904/30a,30b, Nádvorní 513/1 (Staré Brno) Brno Střed

Öffentlicher Verkehr: Křídlovická (TRAM 8,10)

Křídlovická (BUS 60, 61)

Křídlovická (BUS 84, 44)

Hybešova (TRAM 1, 2,9,10,12)

GPS: 49°11'13.882"N, 16°36'4.068"E

 

Architekten

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Text

In den 20er Jahren wurden in den modernistischen Entwürfen von Schulgebäuden in zunehmendem Maße neue Anforderungen sichtbar, und zwar nicht nur in pädagogischer Hinsicht (z.B. die Anwesenheit spezialisierter Werkstätten im Schulgebäude) sondern auch in Bezug auf Hygiene (kleinere, besser belüftete und gut beleuchtete Klassenräume). Großer Wert wurde auch auf die Anlegung des Schulgebäudes unter Berücksichtigung der Himmelsrichtungen und der Bebauung in der Umgebung gelegt. Fuchs' Entwurf der Schule in der Křídlovická-Straße enthielt ursprünglich zwei Schulgebäude – eines für Jungen und eines für Mädchen – mit gemeinsamem Turn- und Speisesaal. Im Jahre 1927 wurde jedoch nur die Jungenschule mit der Turnhalle errichtet, der Mädchentrakt wurde erst in den Jahren 1938–39 nach einem Entwurf von Josef Polášek angebaut.
Die Hauptfassade des Gebäudes wird von einem großen Treppenhausfenster dominiert, unter dem sich ein Eingangsrisalit mit Terrasse befindet. Die Jungenschule war räumlich in zwei Trakte geteilt: den Eingangsbereich mit Kabinetten, der Direktion und dem Konferenzzimmer, an das der Turnsaal in der Křidlovická-Straße anschloss, und einen länglichen Flügel mit den Unterrichtsräumen an der Nádvorní-Straße. Hier sind in jedem Stock jeweils vier Klassenräume aneinandergereiht, deren Fenster in Richtung Osten dem Hof zugewandt sind, während der Flur mit den Garderoben an der Straßenseite liegt. Im Souterrain waren modern ausgestattete Werkstätten, Lagerräume und die Haustechnik untergebracht. Durch die Kombination des Stahlbetonskeletts mit Ziegelmauerwerk war es möglich, die Fensteröffnungen der Klassenräume zu vergrößern, sodass sie fast die ganze Breite der Wand einnahmen; das Licht wurde dann durch eine unterschiedliche Verglasung der Fenster mit matten und klaren Glasscheiben reguliert. Die Klassen waren mit modernen Einbaumöbeln des Brünner Betriebs „UP závody“ ausgestattet.
Der Anbau von Polášeks Bürgerlicher Mädchenschule Ende der 30er Jahre basierte nicht mehr auf dem ursprünglichen Entwurf von Fuchs. Polášek wählte eine völlig andere Konzeption, als er den Flügel mit den Unterrichtsräumen an die Turnhalle anbaute und auf diese Weise einen abgeschlossenen Gesamtkomplex mit einem Sportplatz im Innenhof erzielte. Das dreistöckige Hauptgebäude der Mädchenschule wird von einem einfachen Quader mit einem Raster großer nach Südosten gerichteter Fenster gebildet, die für eine optimale natürliche Beleuchtung der Klassenräume insbesondere in den Vormittagsstunden sorgen. Das einzige auffälligere Element der Fassade ist ein ellipsenförmiger Risalit im ersten Stock an der Hofseite. Die Schule war mit Einbaumöbeln nach Entwürfen des Architekten und modern eingerichteten Werkstätten ausgestattet.
An die Mädchenschule ist das Gebäude eines Kindergartens angebaut, das aus schräg angelegten Kuben besteht, an die der Flügel einer spezialisierten Kinderberatungsstelle anschließt. Der Spiel- und der Essraum haben verglaste, nach Süden gerichtete Wände, die auf einen kleinen Hof mit Sandkasten führen, sodass sich hier die Kinder nur in einem abgeschlossenen sicheren Areal bewegten.

LV

Literatur

 

 

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