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Brünner Architekturmanual

 

Gebäude

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C373

TRAUERHALLE DES ZENTRALFRIEDHOFS 1925 - 1926

 

Vídeňská 307/96 (Štýřice) Brno Střed

Öffentlicher Verkehr: Ústřední hřbitov (TRAM 2, 5)

Ústřední hřbitov (BUS 404,501)

Ústřední hřbitov (BUS 82,104,105,108,501,505)

GPS: 49°10'15.426"N, 16°35'47.711"E

 

Architekten

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Am Ende des 19. Jahrhunderts genügte der städtische Friedhof in der Kounicova-Straße nicht mehr den Anforderungen der sich schnell entwickelnden Stadt Brünn. Die Leitung der Stadt entschied deshalb, einen neuen Zentralfriedhof nach dem Muster des Wiener Zentralfriedhofs zu errichten, dessen Lageplan im Jahre 1881 vom Architekten Alois Prastorfer ausgearbeitet wurde. Zu seiner Gründung kam es zwei Jahre später, als es der Stadt gelang, von der Gemeinde Horní Heršpice (Ober Gerspitz) Grundstücke mit einer Gesamtfläche von mehr als 28 Hektar zu erwerben. Bis zum Beginn der 20er Jahre existierte hier jedoch kein Gebäude für Zeremonien. Erst im Jahre 1926 entstand nach einem Entwurf von Bohuslav Fuchs eine Trauerhalle, und mehrere Jahre später wurde im westlichen Teil das Krematorium von Ernst Wiesner erbaut.
Beim Entwurf der Trauerhalle assistierte Fuchs der junge Architekt Josef Polášek, der im Planungsbüro des Brünner städtischen Bauamts, das Fuchs leitete, neu angestellt war. Die Architekten planten die neue Trauerhalle in der Nähe der beiden Friedhofstore an der Vídeňská-Straße (Wiener Straße). Das Gebäude wird von einem einfachen leicht erhöhten Kubus mit drei Risaliten gebildet, in deren Räumen Katafalke aus Marmor untergebracht waren. Am stärksten tritt jedoch der vierte Risalit mit den zwei seitlichen Haupteingängen hervor, der eine Musiktribüne enthält. Der Innenraum der Trauerhalle ist durch Paare vorversetzter Säulen in den Ecken gegliedert, und ihre vertikale Wirkung wird zusätzlich von den schmalen Fenstern mit Glasbetonfüllung betont, dank derer im Raum geradezu szenische Lichteffekte entstehen. Einen horizontalen Gegenpol zur Halle stellt der hintere mit dem Hauptobjekt verbundene Flügel mit den Totenkammern dar.
Im Exterieur wird durch einen Wechsel glatt verputzten und rohen Mauerwerkes die Gliederung des Gebäudes in einzelne Kuben betont. Ihre räumliche Anordnung erinnert an die Unity Church von Frank Lloyd Wright im Oak Park (Illinois), die als Vorbild des ganzen Gebäudes angesehen werden kann.

PH, LV

Literatur

 

 

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